ChurchNight 2017

Mit der ChurchNight 2017 haben wir das Jubiläumsjahr mit einem großen Gottesdienst für junge Erwachsene zu Ende gehen lassen. Passend zum Reformationsjubiläum drehte sich alles um die 4 Soli der Reformation. Es war schön zu sehen, wie die alte Brenz-Kirche mal nur mit Kerzenlicht beleuchtet und dann wieder durch Scheinwerfer in die unterschiedlichsten Farben getaucht wurde. Herzlichen Dank auch für die aktive Beteiligung an den Gebetsstationen. Wie versprochen beten verschiedene Mitarbeiter für die gesammelten Anliegen weiter. Die 4 Texte des „Predigtslams“ findet ihr wie versprochen am Ende diesen Artikels. Dort könnt ihr sie in Ruhe nochmals durchlesen und auf euch wirken lassen. Herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals an alle Mitarbeiter, sowie an das ejw Weil der Stadt und die Gemeinde der Brenzkirche für die Zusammenarbeit!

  • Solus Christus - allein Christus

    Alle Blicke starr auf das Kreuz gerichtet;
    Bangen, trauern, Fassungslosigkeit,
    Resignation, Leere, Tränen;
    Fragen über Fragen.

    Wo ist der Weg, die Wahrheit und das Leben?
    Wer leuchtet als Licht der Welt?
    Wie kommt neues Salz auf die Erde?
    Wem folgen wir nach?

    Jünger waren wir,
    strebten dem Lehrer hinterher,
    waren wissbegierig und treu,
    Vorbilder wollten wir sein.

    Wie oft stehen wir vor einer weiteren Kreuzigung unserer Ideale?
    Wissen nicht weiter, sind ideenlos und leer?

    STOPP!

    Besinne dich zurück auf die Basis!
    Atme neue Kraft und gehe von Neuem los!
    Los durch unwegsames Gelände!
    In der Gewissheit niemals allein zu sein!

    Im Schatten des Gnadenbringers!
    Erlöser der Welt!
    Vorbild und Lehrer!
    Herausforderer und Allmächtiger!

    Liebe und Barmherzigkeit in Person!
    Tröster und Ermutiger!
    Freund und Weggefährte!

    © Ina Skiera

    SOLUS CHRISTUS!

  • Sola scriptura - allein die Schrift

    Aufschrift, Zeitschrift, Überschrift, Mitschrift, Schönschrift,

    Nachschrift  – auch Diktat genannt – , Keilschrift, Vorschrift, Unterschrift, Handschrift, Niederschrift, Blindenschrift:
    DIE SCHRIFT oder DIE SCHRIFT

    Wir schreiben Buchstaben, Wörter, Sätze, Namen, Tagebücher Emails, Whatsapps, Postkarten, Klassenarbeiten,
    Hausarbeiten, Examensarbeiten, Einkaufszettel, Briefe, Liebesbriefe, Mahnbriefe, Bücher.

    Wir lesen Buchstaben, Wörter, Sätze, Namen, Tagebücher Emails, Whatsapps, Postkarten, Klassenarbeiten,
    Hausarbeiten, Examensarbeiten, Einkaufszettel, Briefe, Liebesbriefe, Mahnbriefe, Bücher.

    Gibt es ein Leben ohne Schrift?
    Wie wäre das Leben ohne Schrift?

    langweilig? – kein Whatsapp, kein Twitter  – Ach wie bitter.
    unsicher? – Was ist in der Packung, Nudel oder Wurm? – So ein Mysterium
    anstrengend? – Was man sich im Kopf alles merken muss. – Das ist kein Genuss.
    traditionslos? – Viel Wissen geht verloren. – Auch ohne Kuss der Harry-Potter- Dementoren.
    natürlich? – Zwei Hühner gegen ein Schwein. – Nicht doch. Nein.

    Und was ist mit der Schrift? – Heilige Schrift, Wort Gottes, Buch der Bücher

    Ein Buch und doch viele Bücher.
    Eine Sprache des Glaubens und doch viele Übersetzungen.
    Ein Text und doch viele Lesarten.
    Alt und doch lebendig.
    Ewig und doch heute in neuer Form.
    Das Wort Gottes und doch so unterschiedliche Wörter.
    Weltliteratur und doch einzigartig.

    Wir lesen, schmökern, denken, verstehen, glauben, vertrauen

    My Bibel

    Ist mit der Lutherapp immer disponibel.
    Hat viele Schichten  wie die Zwiebel.
    Sie ist so was von flexibel.
    Mir erscheint sie plausibel.
    Sie ist für den Glauben die Fibel.
    Einfach der Giebel!

    © Claudia Baumgartner

  • Sola gratia - Allein die Gnade

    Der immer gleiche Alltagstrott,
    das Leben zu leben, ist oftmals nur Schrott

    Ich bau irgendwie Scheiße,
    so ganz auf meine Weise,

    auch wenn ich kein schlechter Mensch bin,
    ich kriegs nicht so recht hin

    Das gut Sein, das nett Sein
    – ist irgendwie fail.

    Jetzt raus aus dem Kreislauf,
    das wär schon – gut

    Aber ich weiß nicht wie und wohin,
    manchmal nicht mal, wer ich bin.
    Verschlungen im Strudel des Lebens,
    Neuanfang scheint mir vergebens.

    Die Menschen um mich sprechen von göttlicher Gnade
    doch es dringt nicht in mein Herz ein,
    irgendwie schade.

    „Gnade“ klingt wie „Marmelade“
    irgendwie süß- köstlich zumal.

    Doch halt, ich weiß nicht,
    was war Gnade nochmal?

    „Keine Strafe“, sagt der Richter und drückt die Augen beide zu.
    Verdient hab ich‘s nicht, doch ich kann aufatmen- puh.

    Gnade vor Recht, das klingt nicht schlecht,
    doch im Leben gilt: Recht vor Gnade
    genauer betrachtet, ist das echt traurig.
    Und was ist gerecht?

    Ein freundliches Wort, ein gütiger Blick,
    ist das schon Gnade oder einfach nur Glück?

    Doch halt, es dämmert!
    Es gibt etwas, das das Leben verändert!
    Es ist so etwas wie der Knopf „reset“
    Denn ich bin ja nicht alleine auf dem Weg.

    Die Liebe Christi ist Gnade pur,
    ja, du da, glaub es nur.

    Gott sagt zu dir:
    „Geliebtes Kind,
    du weißt doch es sind
    dir alle Sünden vergeben,
    der Weg ist frei zum ewigen Leben.“

    Denn Er kann dich retten,
    aus Schuld und aus Ketten,
    er hat’s versprochen,
    sein Wort nicht gebrochen

    Der, der am Kreuz hängt hat uns Hoffnung geschenkt,
    gestorben, damit wir leben,
    und das gilt wirklich für jeden.

    Es gibt nichts was uns trennt von der Liebe Christi,
    Nicht Engel nicht Teufel, nicht Mächte, Gewalten.
    Jesus gibt Freiheit, das Leben zu gestalten.

    Du hast’s zu tun in der Hand,
    denn Gott hat dich für Hoffnung schon längst geplant.

    Du zögerst?
    Warum nur?

    Das Angebot Gottes es steht,
    du bist ihm wichtig,
    darfst leben in Freiheit,

    lass dich beschenken,
    ohne daran zu denken,
    ob und was und wie du tun musst.

    Mein Haus, mein Auto, mein Boot,
    das alles ist unwichtig bei Gott.

    Bei Gott zählt keine Leistung,
    kein Status, was du bist oder hast,
    ihm geht’s allein um deine Sorgen und Last.

    Die Gnade Gottes sie gilt,
    Schlag ein, greif zu,
    kostenlos, doch niemals umsonst.

    Du musst nichts dazu tun,
    außer in Gottes liebenden Armen zu ruhn.

    Der Glaube ist’s, der befreit allein.
    und keine Sorge- er schließt Zweifel mit ein.

    Denn bei Gott sind alle willkommen,
    nicht nur die Reichen, die Schönen,
    die vermeintlich Fommen.

    sola fide, solus Christus,
    das ist das Fundament das trägt.

    Christus allein, soll dein Augenmerk sein,
    der Glaube befreit.
    Aus Zwängen, die beengen,
    die Luft zum atmen nehmen.

    Was bleibt, ist ein Sehnen und Hoffen,
    oh, wäre der Himmel nur ein Stückchen weit offen.

    Schau her- die Gnade Gottes sie baut dir ne Brücke,
    schließt in deinem Leben die Sehnsuchtslücke.

    Du darfst Leben, von Schuld befreit,
    sola gratia- das gilt auch heut.
    und morgen und für alle Zeit.

    © Pfarrerin Eva Ulmer

  • Sola fide - Allein der Glaube

    Allein der Glauben –

    Ich würd so gerne all die Dinge glauben, die du mir zumutest.
    Dass du diese Welt in 7 Tagen geschaffen hast und Menschen heute noch heilst. Nur warum seh ich davon so wenig?

    Ich würd so gerne all die Dinge glauben, die du mir auflädst.
    Dass die Menschen in deinem heiligen Buch tatsächlich deinen Willen taten, als sie in die Schlacht zogen und sich umbrachten.

    Ich würd so gerne all die Dinge glauben, die du mir versprichst. Dass du allmächtig bist und uns alle in der Hand hältst…
    Wie heißt es so schön? Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand. Da geht es aber verdammt tief runter.

    Ich würde so gerne glauben, aber da sind all meine Zweifel, die sich durch meinen Kopf fressen.
    Sich festbeißen und nicht mehr loslassen. Wie ein kleiner, hässlicher Köter, der mein Bein nicht mehr loslassen will.

    Ich könnte mich doch einfach freimachen, alles ablegen, was mich bindet an deine Gebote und Regeln.
    Leben ohne Gott, das wär doch was! Dann wär ich frei und hätte nur mich…

    Stop – was sag ich da? Nur noch mich? Alles nur noch nach meinem Kopf und meiner Lust?
    Alles nur noch mit meiner Kraft? Und was wenn die zu Ende geht? Wenn ich kraftlos auf den Boden sinke
    und nicht mehr weiter weiß? Dann bin ich wohl ganz verloren.

    Und während ich so auf dem Boden meines Lebens liege, da spür ich deine Hand auf meiner Schulter.
    Wieder mal hast du mich gefunden, wieder richtest du mich und meinen Glauben auf. Gibst mir eine Karte
    in die Hand, die die ganze Welt zeigt und einen Kompass, der sich ganz nach dir ausrichtet.
    Deine Liebe flutet neu meine müden Muskeln und deine ewige Hoffnung öffnet meinen Kopf.

    Ja, dir zu glauben fordert mich heraus. Herauszukommen aus meinem viel zu kleinen Schneckenhaus
    und mutig in ein Universum zu blicken, dass viel zu groß für mich und meine beschränkten Gedanken ist,
    aber das du ganz und gar ausfüllst.

    Ja, dir zu glauben erfordert meinen ganzen Mut. Doch sehe ich, du kämpfst für mich.
    Stellst dich den kilometerhohen Hindernissen dieser Welt und überwindest sie.
    Nicht für dich, sondern für mich.

    Ja, dir zu glauben ist nicht umsonst. Es kostet mich all die dummen Seitenblicke und Bemerkungen,
    es kostet mich manche bequeme Abkürzung, die ich gerne an der Wahrheit vorbei nehmen würde.
    Es kostet mich schon was, aber was ist das schon im Gegensatz zu dir?

    Zu deinen Schmerzen, die für mich ertragen musstest, zu all dem Spott, den sie über dir ausgossen haben,
    zu der Zerrissenheit, die du erleiden musstet. Zu dem Leben mit dem du bezahlt hast um mir den Weg zu dir frei zu machen.

    So steh ich da und kann nicht anders, als zu bekennen: Allein der Glaube an dich rettet mich.

    © Anastasios Leontopoulos

Published on: 2 Oktober 2017
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